Boss Kühltransporte
Boss Transporter
Die Jahre 1906-1926
Der Anfang
Boss ist ein Name mit langer Tradition – im Rhein-Sieg-Kreis wird er erstmals 1664 urkundlich belegt. Fest verbunden mit dem Namen ist auch seit Langem schon der Warentransport. Das Familienunternehmen Boss feiert heute sein 100-jähriges Bestehen. Vom Anfang des letzten Jahrhunderts bis in die Gegenwart liegt eine bewegte Zeit hinter uns. Einige große und kleine Ereignisse haben wir hier für Sie festgehalten - begleiten Sie uns auf eine kurze Reise durch 100 Jahre Geschichte.

Der gelernte Zimmermann Peter Boss, geb. 1884, gründet 1906 ein Fuhrunternehmen, mit dem er den Kölner Großmarkt beliefert. Daneben führt er in Troisdorf-Bergheim einen Obst- und Gemüsehandel. Es ist eine mühsame Zeit, denn damals sind es nur zwei Pferdestärken, mit denen die Waren aus der Region zum Markt geliefert werden. Jahre später trägt jemand anders entscheidend zum ersten technischen Fortschritt bei: Die Ehefrau von Peter Boss bezahlt aus ihrem Vermögen 1924 den ersten LKW des Unternehmens, einen Ford AA, 1,6 t - für ganze 6.000 Goldmark. Aus der Ehe der beiden gingen insgesamt sieben Kinder hervor.

Sportliche und fromme Touren

Peter Boss fühlt sich seiner Region stark verbunden und engagiert sich mit seinem Fahrdienst bei den unterschiedlichsten Gruppen: Während bei der einen Fahrt von der Ladefläche des LKW Gebete zu hören sind, wenn Peter Boss die Bergheimer Pilger nach Kevelaer bringt, ist es das nächste Mal die ausgelassene Stimmung der Sportler vom Kanuclub Pirat e. V., die er entlang Rhein und Mosel jahrzehntelang zu ihren Wettkämpfen begleitet.
Die Jahre 1927-1947
Die nächste Generation wächst heran
1929: Deutschland in der Weltwirtschaftskrise, die große wie kleine Unternehmen in Mitleidenschaft zieht und auch die Existenz des Fuhrunternehmens Boss erschwert. Inzwischen arbeiten auch die Söhne von Peter Boss, die Brüder Heinrich und Josef, beide im Familienunternehmen mit. 1938 kann das Unternehmen einen entscheidenden strategischen Erfolg verbuchen: Boss wird Vertragspartner der Milchversorgung Rheinland in Hennef.

Doch schon naht mit dem 2. Weltkrieg der nächste Einschnitt, und das Unternehmen muss länger ohne die Söhne auskommen. So kommt es zu einem ungewöhnlichen Wechsel, als die junge Isabella Boss für die Zeit zwischen 1944 und 1945 das Lenkrad übernimmt.

Nach dem Kriegsende erwirbt Peter Boss nicht nur einen neuen Ford BB und steigert so das Ladegewicht um das Doppelte auf 3,5 t – seit 1947 hat das Unternehmen mit „Peter Boss und Söhne" auch einen neuen Namen.

Neues Dach über Nacht

1945 – das Dach der Bergheimer Kirche war im Krieg bei einem Luftangriff zerstört worden. Nach Kriegsende wollen die Gemeindemitglieder ihrer Kirche zu einem neuen Dach verhelfen, aber die Richtlinien der Besatzungszeit lassen weder den Erwerb noch den Transport von Dachmaterial zu. Doch die Gemeinde findet zwei mutige und entschlussfreudige Helfer: Ihren Kaplan und Peter Boss. In einer abenteuerlichen Nacht- und Nebelaktion transportieren sie das verkupferte Dachmaterial von einer Ziegelei in Herdecke unentdeckt bis nach Bergheim, und bald darauf haben die Gläubigen wieder ein Dach über dem Kopf.
Die Jahre 1948-1968
Mit technischem Fortschritt zum Monopol
Anfang der 50er Jahre erwirbt das Unternehmen zwei leistungsstarke Borgward LKWs – die Marke, die das erste automatische Getriebe entwickelte. Doch auch diesen modernen Fahrzeugen fehlt eines noch immer: Sie sind unbeheizt. Das erfordert ungewöhnliche Maßnahmen, an die sich Josef Boss heute noch lebhaft erinnern kann: „Im Winter, und der war damals häufig um Einiges kälter als heute, gab es nur eine Möglichkeit, die gefrorenen Scheiben vom Eis zu befreien: Man tunkte Lappen in Salz und rieb das Glas von innen damit ab. Das hielt dann für vielleicht eine Stunde. Und um die Kälte besser aushalten zu können, lief man immer wieder mal ein Stück neben dem Auto her.“

Auf der einen Seite ist das Problem zuviel Kälte, auf der anderen Seite
zuwenig: Wenn es nämlich um die Frische der Waren geht. Sie werden nach wie vor ohne Kühlung befördert – die Milch kann also nur nachts transportiert werden. So sammelt Boss zwischen zwei und zehn Uhr morgens die Rohmilch bei den Bauern ein, bringt sie zur Veredelung in die Großmolkerei und liefert sie dann an die Geschäfte der Milchhändler aus. Aber das frühe Aufstehen zahlt sich auch aus: Boss erlangt im unteren Siegkreis das Monopol für sämtliche Milchtransporte. Und Mitte der 50er Jahre lässt auch der nächste technische Fortschritt nicht länger auf sich warten: Boss fährt erstmals mit beheiztem Fahrerhaus.

Neue Glocken für Bergheim

Nachdem die Glocken der Bergheimer Kirche im Krieg eingeschmolzen worden sind beschließt die Gemeinde 1948 den Kauf eines neuen Glockensystems. Es ist das Unternehmen Boss, das die Gläubigen bei dem aufwändigen Vorhaben tatkräftig unterstützt: Peter Boss transportiert die drei neuen Glocken von einer Bochumer Giesserei mitsamt ihrem kompletten Glockenstuhl nach Bergheim. Und auch in anderer Hinsicht ist die Familie Boss in das große Ereignis involviert. Denn gefeiert wird in unmittelbarer Nähe zum Ort des Geschehens, in der historischen Gaststätte, die von ihrer Gründung anno 1648 bis 1980 in der Hand der Familie Boss war.

Die Jahre 1969-1989
Kurswechsel in der dritten Generation
Zwischen den 70er und 80er Jahren treten zwei wesentliche Neuerungen für das Unternehmen ein. Einerseits vergrößert sich sein Vertriebsgebiet erheblich: Hatte es bisher den unteren Siegkreis umfasst, werden jetzt auch Kunden in der Gegend um Köln/Rath/Heumar beliefert. Andererseits verändert sich das Milchgeschäft grundsätzlich: Zuerst wächst die Bandbreite an Milchprodukten, indem zu den bisherigen Erzeugnissen Milch, Butter und Käse neue Produkte wie Joghurt, Kefir und Molke hinzukommen. Und dann wird Ende der 80er Jahre das Gebietsmonopol der Großmolkereien aufgelöst. Jede Molkerei kann ihre Produkte jetzt also bundesweit ausliefern. Nachdem Boss in den vorherigen Jahrzehnten die Erzeugnisse aus der Eifel und Vita-Produkte exklusiv transportiert hat, muss sich der Logistikspezialist in dem plötzlich ausbrechenden Preiskampf der Wettbewerber behaupten.

Und ein weiterer Wechsel prägt diese Jahre: Nach seinem Studium der Betriebswirtschaft übernimmt Raimund Boss 1983 die Geschäftsführung von seinem Vater. Mit Erfolg, denn in der neuen schwierigen Wettbewerbssituation beweist das Unternehmen Stehvermögen: 1988 sucht die Aldi-Gruppe Süd in ihrem Zentrallager in Köln-Porz externe Unterstützung für ihre eigene Logistik-Struktur. Raimund Boss überzeugt durch Flexibilität und Zuverlässigkeit – und beginnt den Discounter mit vier LKWs zu beliefern.

Mit dem Fussball unterwegs

Bergheim wird mobil: Anfang der 70er Jahre erhält der Ort endlich seine Siegbrücke und die Fahrt in Richtung Bonn bedeutet nicht länger den weiten Umweg über St. Augustin-Menden oder aber das Übersetzen mit der Fähre. Dennoch verfügen längst nicht alle Bergheimer über ein Auto, ganz zu schweigen von einem Fahrzeug, das ganze Mannschaften transportieren kann. Und so sind es nach Gläubigen und Ruderern jetzt die Junioren des Bergheimer Fussballvereins, die Josef Boss von einem Auswärtsspiel zum nächsten fährt.

Die Jahre 1990-2006
Die Zeichen stehen auf Expansion
63 Jahre lang hat sich bei Boss fast alles um Milch gedreht - dann endet 1998 die Vertragspartnerschaft mit der Milchversorgung Rheinland. Doch Boss bietet sich bald eine aussichtsreiche Alternative: Die Aldi-Gruppe Süd verlegt ihr Kölner Zentrallager nach St. Augustin und wendet sich an das Unternehmen, weil es nicht nur die Verlegung durchführen, sondern im Rahmen des aktuellen Outsourcings in weiterer Perspektive auch einen bedeutenden Teil der Logistik der neuen Zentrale übernehmen soll. Mit inzwischen 12 Fahrzeugen und einem auf 22 Mitarbeiter erweiterten Team wird Boss Kühltransporte schließlich 2001 fester Vertragspartner des Erfolgsdiscounters. Das Einsatzgebiet reicht von Bad Höningen bis nach Porz-Westhoven. Auch die nächste Veränderung in der Logistikstruktur von Aldi begleitet
das Unternehmen und wächst mit: Von 2003 an unterstützt Boss das neue Zentrallager in Dormagen. Seitdem beliefert Boss von hier aus täglich mit 14 LKWs, 27 Mitarbeitern und in zwei Schichten die angeschlossenen 65 Filialen mit dem gesamten Aldi-Lebensmittel-Spektrum. Und so wie in externer Hinsicht die Zeichen auf Zukunft gestellt sind, sind auch unternehmensintern die Weichen gestellt: Mit Verena und Michael Boss steht die vierte Generation bereit, um den Erfolg des Familienunternehmens als regional ausgerichteter Spezialist für temperaturgeführte Lebensmittel langfristig fortzusetzen.

Blick zurück und nach vorn

Vor mehr als einem halben Jahrhundert gab Peter Boss seinem Sohn Josef Boss ein Geleitwort mit auf den langen Weg der Selbständigkeit: "Versuch Dich immer so zu benehmen, dass Du vor Dir selbst bestehen kannst." Auch in der Gegenwart, in der die Faktoren für ein mittelständisches Familienunternehmen deutlich verändert sind, haben diese Worte weiterhin eine wesentliche Bedeutung für die Philosophie, die Raimund Boss und in Zukunft auch Verena und Michael Boss mit ihrem Unter nehmen Boss Kühltransporte verfolgen. Auf diese gemeinsame Zukunft mit Ihnen freuen wir uns.